Die Entstehung und Weiterentwicklung

der Schützenbruderschaften

Die Entstehung des Schützenwesens reicht in Deutschland und im benachbarten Ausland bis weit in das Mittelalter zurück.

Die Bruderschaften hatten in dieser Zeit die Aufgabe, Haus und Hof  in Kriegszeiten, bei Seuchengefahren und Glaubensstreitigkeiten zu schützen, besonders aber vor Gesindel, brandschatzenden Banden und Räubern zu verteidigen. In der Frühzeit ihres Bestehens waren sie reine Selbstschutzgemeinschaften. Die herrschenden Stände und Magistrate sahen dies natürlich sehr gerne, wurden ihnen durch solche Gemeinschaften doch Aufgaben und Pflichten der Bevölkerung gegenüber abgenommen. Dadurch erfuhren diese Gemeinschaften und „Schützengilden“ eine große Unterstützung und erhielten weiteren Auftrieb. Es blieb nicht nur bei den Aufgaben des Selbstschutzes, sondern sie nahmen auch damals schon an Festlichkeiten teil. Hierbei traten sie nicht nur als Veranstalter in Erscheinung, sondern auch als schützende oder ordnende Organisation, wie es ihre ursprüngliche Aufgabe war. Dies war besonders bei allen kirchlichen Veranstaltungen, Festen und Prozessionen der Fall. Dieses als militärisch zu bezeichnende Wesen der Schützengilde herrschte etwa in der Zeit vom 14. Bis zum 16. Jahrhundert vor.

Ab dem 17. Jahrhundert wurden dann die Verteidigung und die Ordnung fast ausschließlich von bezahlten Söldnern übernommen. Dadurch verlor die  militärische Funktion der Schützengilde immer mehr an Bedeutung. Ihre bisherige Tätigkeit wollten sie jedoch nicht aufgeben, deshalb gingen sie dazu über, Feste mit Schießübungen und Wettbewerben zu veranstalten. Die ersten „Schützenfeste“ waren hiermit geboren.

Etwa ab dem 18. Jahrhundert  waren aus den militärischen Schützengilden nun rein bürgerliche Vereinigungen geworden. Was aus dieser Zeit blieb war die starke und feste Bindung zur Kirche. Diese enge Bindung zur Kirche erfolgte zwangsläufig, weil die Kirche in dieser Zeit eine gewichtige Rolle auch in Politik und Gesellschaft innehatte und so war eine „bürgerliche Vereinigung“ ohne Unterstützung der Kirche so gut wie unmöglich. Die Schützengilde entwickelte sich nun zu einer „Bruderschaft“. Neben dem Schutz bei kirchlichen Feiern und Prozessionen kamen karitative Aufgaben hinzu. Durch diese Schwerpunkte, verbunden mit Disziplin, Nächstenliebe und Gebet, entwickelte sich das eigentliche Wesen der Schützenbruderschaft.

Alsbald gingen immer mehr Schützenbruderschaften dazu über, einen Schutzpatron zu erwählen und in ihren Vereinsnamen zu manifestieren. Die meisten entschieden sich für den heiligen Sebastian, so wie unsere Bruderschaft auch.

Eine besonders schwierige Zeit hatten die Schützenbruderschaften unter Napoleon I. Er sah in den Schützengilden eine Bedrohung  seiner eigenen Sicherheit und löste diese auf Grund einer Verordnung der Pariser Regierung vom 24. April 1793 nicht nur auf, sondern beschlagnahmte auch ihr ganzes Vermögen. Der Langerweher Bruderschaft gelang es jedoch, wenigstens ihre Kleinodien, wie Königskette, Fahnen usw., diesem Zugriff zu entziehen.

Erst nach dem Wiener Kongress im Jahre 1815 erlebten die Schützenbruderschaften eine Renaissance.  Das Rheinland wurde durch  die Gebietsänderungen dem preußischen Reich zugeordnet und eine Entfaltung des Bruderschaftswesens wurde von der preußischen Regierung nicht als störend empfunden.

Das 20. Jahrhundert brachte für die Bruderschaften noch einmal harte Bewährungsproben und Überlebenskämpfe, als zum Ausbruch der beiden Weltkriege keine öffentlichen Veranstaltungen mehr abgehalten werden durften und nach den Kriegsenden von den Siegermächten die Ausübung des Schützenwesens vorübergehend untersagt wurde. Diese sahen zunächst einmal in den Bruderschaften paramilitärische Vereinigungen in den Reihen der Besiegten. Erst durch den Einsatz und die Überzeugungskraft vieler dem Schützenwesen Verbundener konnte nach Ende des 2. Weltkrieges der Bruderschaftsgedanke weiter gepflegt werden

 

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Wappen klein

Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Langerwehe,

gegründet um 1540 e.V.